Kaminofen / Schwedenofen Typen

2. Welcher Typ Kaminofen passt zu mir und meinen Räumen? 

Bevor man sich für eine Kaminofen-Marke und deren speziellen Qualitätsmerkmale entscheidet, sollte vorher Grundsätzliches geklärt werden. Damit Sie langfristig zufrieden mit Ihrem Schwedenofen sind, und ihn auch gerne nutzen, sind einige Gesichtspunkte bei der Auswahl zu berücksichtigen. Nachfolgend erläutern wir Ihnen die wichtigsten Kriterien.

Heizleistung: 
Wie groß ist der Raum in dem der Ofen steht? Das hat Auswirkungen sowohl auf die Abmessungen des Kaminofens als auch auf die Wahl der Heizleistung. Ein großer Kaminofen in einem 20m2 Raum nimmt zuviel Platz weg, ein kleiner Ofen in einem großen Raum wirkt verloren. Bei hohen Decken, z.B. in einer Jugenstilwohnung, sollte auch der Kaminofen eine größere Höhe haben. Für die Heizleistung ist auch interessant, ob andere Räume mitgeheizt werden sollen. Wie ist die Aufteilung der Wohnung bzw. des Hauses bezüglich Türen, Fluren und Treppenhäuser beschaffen? Ferner wichtig: Ist das Haus schlecht gedämmt, hat alte Fenster oder ist es im Gegenteil ein modernes Niedrigenergiehaus. Im ersten Fall darf es auch ein 8KW Ofen sein, im zweiten bringt schon ein 4KW Ofen mehr Wärme als nötig.
Die angegebene Heizleistung ist dabei kein absoluter Wert, sondern der Wert, bei dem der Hersteller seine Tests und Zulassungen hat durchführen lassen. Die Heizleistung bestimmt der Nutzer durch die Menge des aufgelegten Holzes. Ein Kilo Brennholz mit einer Restfeuchte von 15-20% hat eine Heizleitung von ca. 4 KWh. Je mehr Kilo man auflegt, desto höher die Heizleistung. Die Größe des Feuerraumes ist hierbei ein entscheidender Faktor.

Aufstellort:
Ist die Größe des Brennraumes erst einmal festgelegt, gilt es, den Aufstellort zu berücksichtigen. Dieser hängt in der Regel vom Standort des Schornsteins ab, denn man kann mit dem Ofenrohr nur eine gewisse Strecke quer hin zum Schornstein überbrücken. Am besten funktioniert der Kaminofen, wenn er direkt am Schornstein steht. Soll der Kaminofen in einer Raumecke stehen, empfiehlt sich ein runder Kaminofen oder eine annähernd dreieckige Form, deren Spitze in die Ecke zeigt. An einer langen geraden Wand kann auch ein Kaminofen mit gerader Scheibe gut aussehen, trotz der Tendenz zu gebogenen Glasscheiben. Handelt es sich um eine Ecke, die in den Raum hineinragt, so empfiehlt sich ein möglichst runder oder ein quadratischer Kaminofen mit 90° geknickter Scheibe. Auch ein drehbarer Kaminofen ist oft eine gute Lösung für eine solche Stelle.

Optik:
Was die Optik angeht, sind dem eigenen Geschmack wenig Grenzen gesetzt. Bedenken sollten Sie jedoch, dass der Ofen zum Stil des Hauses und zur Einrichtung passt. Ein sehr moderner Ofen mit geschliffenem Edelstahl passt nicht unbedingt in ein Fachwerk-Bauernhaus. Ein Qualitäts-Kaminofen hält 20-30 Jahre. Setzen Sie beim Kauf also nicht auf allzu kurzlebige Designtrends. 

Kaminöfen gibt es auch in drehbarer Ausführung. Eine gute Lösung, wenn der Schornstein z.B. genau zwischen Ess- und Wohnzimmer liegt. Man dreht den Ofen einfach so, dass die Glasscheibe dahin zeigt, wo man gerade sitzt. So hat man immer optimalen Blick auf die Flammen.

Technisches: 
Hier spielt zuerst mal wieder das Haus bzw. die Wohnung eine Rolle. In einem alten Haus mit alten Fenstern und Türen bekommt das Feuer immer genug Sauerstoff und der Schornstein kann Zug durch die in kleinen Fensterritzen etc. einströmende Luft Zug aufbauen. Bei neuen, sehr dichten Fenstern und Türen, bei einem Niedrigenergiehaus und anderen modernen Bauformen muss der Kaminofen evtl. über eine eigene Luftleitung von Außen mit Sauerstoff versorgt werden. Das nennt man dann einen raumluftunabhängigen Kaminofen. 

Ein sehr gut gedämmtes Haus wird von einem Kaminofen schnell überheizt. Es ist daher sinnvoll, Technniken zu nutzen, die die direkte Wärmeabgabe über den Stahlkörper des Schwedenofens verlangsamen. Ist der Kaminofen z.B. als Speicherofen ausgelegt, geht ein Teil der schnell erzeugten Wärme nicht sofort in den Raum, sondern in den Speicher. Der Raum heizt sich nicht so schnell auf. Ist der Ofen aus, geben die Speicher noch länger Wärme ab. Diese Wärmespeicher-Funktion übernimmt bei einem wasserführenden Kaminofen das Wasser. Ein wasserführender Kaminofen wird an Ihren Warmwasserspeicher angeschlossen. Ein Teil der Heizleistung wird dem Raum entzogen und dient dazu Ihren Wasserspeicher zu erwärmen. Diese Technik ist nicht nur dann sinnvoll, wenn man mit dem Kaminofen nicht so stark heizen möchte, sondern insbesondere dann, wenn der Ofen in der Heizperiode regelmäßig in Betrieb ist. Hier spart man bares Geld bei der Warmwasserbereitung im Haus. Perfekt, wenn man z.B. durch eine Solarthermie-Anlage bereits den richtigen Speicher im Haus hat.

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